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Sodas Rezensionen – Folge 2: Skarbek

Freitag, Juni 25th, 2010

Saint-Malo, 1843. Der Graf Mieszko Skarbek ist zurück. Zurück, um Rache zu nehmen. Denn Skarbek ist in Wirklichkeit der Maler Louis Paulus, der verraten und scheinbar vernichtet wurde. skarbekVor Jahren lernt er als Jüngling seine Muse Magdalena kennen und lieben, doch die Habgier eines Mannes namens Northbrook war sein Ende. Von Rachegedanken besessen, tüftelt er mit Magdalena und zwei Männern, die er fest in seiner Hand hat, einen perfiden Plan aus, der Northbrook ruinieren soll, der vom Wert von Paulus’ Bildern lebt.
Es kommt zu einem Gerichtsprozess, der Ungeheuerliches zutage bringt… doch nicht immer ist alles so, wie es scheint!

„La vengeance du comte Skarbek“ ist eine zweiteilige Miniserie aus der Feder von Yves Sente und Grzegorz Rosinski, die von 2004 bis 2005 im französischen Verlag Dargaud erschien.

Was sich hier erst als ein Rachethriller auftut, dann zu einem Gerichtsdrama wird und letztendlich als waschechtes Piratenabenteuer durchgeht, ist eine famose Erzählung, unheimlich dicht und atmosphärisch geschrieben und in wunderschönen, manchmal düsteren, manchmal traumhaft schönen Bildern gemalt.

Dabei gelingt es Sente besonders im zweiten Band einen Plottwist nach dem nächsten einzubauen, der den Leser eiskalt erwischt, aber auch etwas verwirrt.

Bei der Stimmungserzeugung steht Rosinski Sente in nichts nach. Der Band sprüht nur so vor Emotionen, seien es brutale Mordgelüste, unendliche Gier oder schwüle Erotik. Diese Reihe lässt den Leser Teil eines einzigartigen Abenteuers sein.

Rosinski ist die perfekte Wahl als Zeichner. Seine Frauen sind himmlisch, seine Segelschiffe atemberaubend und seine Insellandschaften malerisch schön.

Yves Sente, Baujahr 1964, ist den deutschen Lesern sicherlich am ehesten durch die Fortsetzungen von E.P. Jacobs Serie Blake und Mortimer bekannt, die hierzulande im Carlsen Verlag erscheinen.

Grzegorz Rosinskis Name dürfte vor allem Fantasy-Fans geläufig sein. Der gebürtige Pole, Jahrgang 1941, ist schon seit Jahren mit dem Klassiker Thorgal im Programm von Carlsen vertreten. Auch Die große Macht des kleinen Schninkel (ebenfalls bei Carlsen) stammt von ihm.

Die deutsche Ausgabe erschien 2006 bei Schreiber & Leser, erfolgte dem Original entsprechend in zwei überformatigen Hardcoverbänden und kann eine erstklassige Verarbeitung vorweisen.

Björn Steckmeier (aka. Soda)
(der Text wurde in seiner ursprünglichen Form im August 2006 veröffentlicht)

Link zum Bestellen:
Skarbek
Die grosse Macht des Kleinen Schninkel