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Signierstunde mit Ingo Römling und Peter Mennigen am 5. April 2019

Mittwoch, März 27th, 2019
Signierstunde am 05.04.19

Am Freitag, den 5. April kommt das Malcolm-Max-Team wieder zu uns in den Laden 🙂

Was soll man sagen außer „Wiedersehen macht Freude!“ – außerdem ist im Februar mit Band 4 („Blutrausch“) ja auch wieder etwas neues von den beiden erschienen, der Zeitpunkt also nahezu perfekt. Die Signierstunde findet bei uns im Ladenlokal zwischen 14 und 17 Uhr statt.

Bitte beachtet: Voraussetzung für eine persönliche Zeichnung vom Künstler ist, daß man an diesem Tag bei uns im Laden Ware für €25,- erwirbt. Nach Abschluß des Einkaufes erhält man eine Nummer und diese wird dann im Laden aufgerufen, wenn man an der Reihe ist – so entfällt die lästige Warteschlange.

Wer mit uns dazu über Facebook kommunizieren mag kann dies hier tun 🙂

Seltsam? Aber so steht es geschrieben…

Dienstag, Juni 29th, 2010

gespensterdMit diesem Spruch endete praktisch jede Geschichte in den weit über 1500 Ausgaben der Gespenster Geschichten aus dem Bastei Verlag.
Da wir aufgrund eines kürzlichen Ankaufs in den kommenden Wochen viele, viele, VIELE Hefte der Serie in unserem Antiquariats-Shop anbieten werden bzw. bereits anbieten, haben wir den Hauptautoren und seit Jahren treuen Kunden unseres Ladengeschäfts (und zudem ehemaligen Betreuer unser allerersten Ladenhomepage, die älteren Semester werden sich vielleicht noch erinnern…) – Peter Mennigen – gebeten, doch noch mal den ein oder anderen Gedankengang zu einer von Deutschlands langlebigsten Comicreihen Revue passieren zu lassen.  Dieser Bitte wurde gerne nachgekommen:

Wie schreibt man eine Gespenster Geschichte?

Als ich im Spätherbst 1977das erste Mal die Jugendredaktion des Bastei Verlages betrat, ahnte ich noch nicht, welches „Grauen“ mich dort erwartete. Zu der Zeit war die Ausgangssituation bei Bastei folgende: Bisher hatte man fast ausschließlich fertiges Lizenzmaterial veröffentlicht, doch das neigte sich langsam seinem Ende. Also stand man vor der Wahl: entweder die betreffenden Serien einstellen oder selbst Comic-Material dafür  zu produzieren. Man entschied sich für die zweite Option. In meinem Fall bedeutete das: Als ich abends die Redaktionsräume  wieder verließ, hatte ich meine ersten Aufträge dabei:  neue Gespenster Geschichten schreiben.

Eins vornweg: Gespenster Geschichten schreiben war kein leichter Job. Nicht im literarischen Sinn, dass man sich in einer hochkomplexen Story mit den Feinheiten der Sprache auseinander setzen musste. Das ist eine Herausforderung die sich einem mehr beim Schreiben von Büchern stellt. Im Comic nehmen einem die Zeichner in der Beziehung viel Arbeit ab. Man braucht keine Personen oder Hintergründe zu  beschreiben, sondern beschränkt sich auf das Wesentliche: Die Story. Und damit beginnen die Schwierigkeiten bei den Gespenster Geschichten. Denn wir reden hier nicht über eine Story, die auf einige hundert Seiten wortreich in all ihren Facetten ausgewalzt werden darf, sondern um vier bis fünf prägnant auf den Punkt gebrachte Geschichten pro Woche. Nimmt man noch die anderen Nebenreihen wie „Spuk Geschichten“, „Geister Geschichten“, „Gespenster Taschenbücher“ usw., dann läpperte sich die Zahl der zu schreibenden Storys auf mehrere Dutzend pro Monat zusammen. Das bedeutet, man muss ziemlich viele abwechslungsreicher Szenarien – idealerweise mit einem für den Leser unerwarteten Schluss – entwickeln. Das mag einem bei einer, zwei oder drei Geschichten locker von der Feder gehen, aber bei fünf Geschichten und mehr pro Woche kann das der Kreativität einige Probleme bereiten. Stereotype Geschichten, in denen ein Geist dem Grabe entfleucht um Rache zu üben gibt’s bis zum Umfallen, da muss man sich auf Dauer Originelleres einfallen lassen. Zudem ist bei den Gespenster Comics quasi die nackte Story die treibende Kraft ist, somit fallen Wiederholungen gnadenlos auf.

Deshalb nahm die Gespenster Redaktion längst nicht alles an, was auf ihrem Schreibtisch landete, gemäß dem Motto: „Oh, klasse, der Autor hat uns ein Blatt mit Buchstaben geschickt, das veröffentlichen wir jetzt“. Die Geschichten wurden von Ewald Fehlau streng gesiebt, denn es galt bestimmte Kriterien zu erfüllen, die letztendlich den Erfolg der Serie als eine der langlebigsten Deutschlands ausmachte. Ziel war es mit abwechslungsreichen, gradlinigen Storys, schnörkellosen Dialogen und ohne abscheuliche Grausamkeiten eine möglichst breit gefächerte Zielgruppe zu unterhalten. Und das ist offensichtlich gelungen. Dass das Konzept aufging lag auch daran, dass man als Autor die Leser immer ernst genommen hat. Wer die Gespenster Geschichten als primitiv bezeichnet, tut ihnen Unrecht. Ein mit dem nötigen schriftstellerischen Rüstzeug ausgestatteter Autor kann aus vielen dieser Comics einen anspruchsvollen Gruselroman machen. Umgekehrt kann man aus so gut wie jedem anspruchsvollen Roman hochkarätiger Autoren wie Stephen King, H. P. Lovecraft oder Clive Barker einen Gespenster Comic machen, indem man die Geschichte auf ihren rudimentären Kern beschränkt. Und dass nur die wenigsten, die das Original kennen, das Ergebnis dann von einem „normalen“ Gespenster Comic nicht unterscheiden können, ist schon ein bisschen gespenstisch.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Mennigen und weisen natürlich daraufhin, daß das Copyright bei Herrn Mennigen liegt und natürlich nicht ohne ausdrückliche Genehmigung des Autoren vervielfältigt, nach- oder abgedruckt werden darf.

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Gespenster Geschichten im Shop